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Zwei Jahre. Millionen Euro für „perfekte“ Prozesse. Null Ergebnisse. (Die hohen Kosten mangelnden Pragmatismus)

  • Autorenbild: Nina Sophie Pejsa
    Nina Sophie Pejsa
  • 17. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Sobald es ungemütlich wird, verstecken sich alle hinter den Prozessen.


Wir versuchen, „perfekte“, hieb- und stichfeste Prozesse zu entwerfen. Alles dokumentiert. Rollen kristallklar. Kommunikation auf das absolute Minimum reduziert. Es fühlt sich sicher an. Schließlich lieben wir Deutschen Ingenieursperfektion und Regeln.


👆 Doch in dem Moment, in dem eine echte Transformation beginnt, wird diese Stärke zur gefährlichen Falle.


Warum?

Plötzlich leben die Menschen in zwei Welten, die im Konflikt zueinander stehen:

🌎 Die alte Welt: „Halte dich an den Prozess. Brich niemals die Regeln. So sind wir auf der sicheren Seite.“

🌍 Die neue Welt: „Experimentiere, nimm Abkürzungen, lass alte Gewohnheiten los.“


Man kann nicht einfach per Knopfdruck zwischen diesen beiden Welten umschalten.


Das Ergebnis? Null Pragmatismus. Stillstand.


Ohne expliziten Raum für Pragmatismus sind die Menschen überfordert: zu viel Neues, keine Toleranz für Abkürzungen oder Lösungen mit gesundem Menschenverstand. Eine Transformation fühlt sich dann an wie ein Marsch durch einen Schneesturm – jeder Schritt nach vorn ist ein Kampf gegen den Wind, und es ist eiskalt.


Ich habe persönlich miterlebt, wie ein Unternehmen, für das ich früher tätig war, über zwei Jahre, Millionen von Euros investiert hat, um JEDEN noch so winzigen Prozess im Detail abzubilden, um „Soll-Prozesse“ zu entwerfen.

Absoluter Wahnsinn – und das exakte Gegenteil von Pragmatismus. Mir war klar, dass sich der Markt schneller verändert als deren Prozesslandkarte. Ich dachte immer: Bis diese Soll-Prozesse fertig designt sind, sind sie längst veraltet.


Das Resultat? Absolut gar nichts – außer dass langsam alle zermürbt wurden, bis die gesamte Initiative vor Erschöpfung starb. Es ist bis heute die absurdeste Zeit- und Geldverschwendung, die ich je gesehen habe.


Fazit:

➡️ Pragmatische Lösungen sind nicht nur erlaubt – sie sind in einer Transformation zwingend erforderlich.

➡️ Fehler gehören dazu. Wenn man Fehler und Scheitern bestraft, drängt man die gesamte Organisation sofort zurück in den deutschen Reflex: „Das haben wir schon immer so gemacht.“


Wer hat noch erlebt, wie deutscher Perfektionismus eine Transformation komplett eingefroren hat? 👇

Ein Mensch, der in zwei gegensätzlichen Welten lebt: Die graue, regelbasierte Welt und die farbenfrohe neue Welt voller Experimente.

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Über die Autorin

Nina Sophie Pejsa

Mit über zehn Jahren Erfahrung an der Speerspitze des digitalen Wandels transformiert Nina Sophie Pejsa Unternehmen für das moderne Zeitalter. Ihre Erfolgsbilanz umfasst einflussreiche Rollen bei Marktführern wie Tchibo, tesa, Jungheinrich und CTS EVENTIM. Ninas Ansatz vereint operative Detailtiefe mit strategischem Weitblick – so stellt sie sicher, dass digitale Transformation kein Schlagwort bleibt, sondern nachhaltige Realität wird.

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